Stadtflucht

Film von Dietmar Buchmann
(Buch, Regie, Produktion)

Spielfilm, 16 mm, 60 min
Hergestellt 1975 im Auftrag des SFB

Mitwirkende:
Michael Wewerka, Oliver Strietzel, Brigitte Bandoly und die Landkommune „Rotes Haus“ in Nienwalde/Gartow

Nach einem Streit mit den Eltern reißt der 16jährige Micha aus und taucht in der Anonymität der Großstadt unter. Dort ist er einer von vielen, denen oft nur eine Wahl bleibt: Zurück in das feindliche Zuhause oder ins Heim. Micha erhält eine Chance. Eine Landkommune in Lüchow-Dannenberg nimmt ihn auf.

Presse:
In der Rheinischen Post schreibt Werner Schwerter am 17.4.76:

Gruppenbild

Einfach und undramatisch erzählte Dietmar Buchmanns Film die „Stadtflucht“ eines Jungen, der vor Familienzwist und Arbeitslosigkeit ausreißt und auf dem Lande nahe der DDR-Grenze sich einer Kommune anschließt, die einen Bauernhof bewirtschaftet. Dort zwischen Wiese, Wald und Kuhstall findet sich keine romantische Idylle, aber dennoch eine achtbare Lebensalternative, die sich durch ein Gespräch mit den Eltern erstaunlich glatt „legalisieren“ lässt. Doch geriet der Film sonst keineswegs problemfremd. Indem die Gruppe dem Außenseiter, der anfangs „nicht zum Zuge“ kommt, beibringt, dass gemeinsame, harte Arbeit für den Lebensunterhalt die Gruppe zusammenhält und eine Berufsausbildung dabei nützt, auch durch die Darstellung von Streit, war aller Verklärung vorgebeugt. Den Trend zum Zug aufs Land hatte vor einigen Wochen schon ein Fernsehbericht über Landkommunen hierzulande und in den USA aufgezeigt: Was in Übersee teils zur Hippie-Bewegung gehört, ist hier eher nüchtern zugange. Das Fernsehspiel wirkte sehr dokumentarisch, offenbar wurde es ohne genauen Dialogplan und ohne Nachsynchronisation erstellt. Es brauchte nicht viel zu erfinden, um ein Beispiel vorzuspielen, das bald nicht nur einen Einzelfall abbilden könnte.